Kreuzfahrt für Seekranke – Strandkabarett Süssau SILBERMÖWE

„Kreuzfahrt für Seekranke!“: Leinen los an Ostern!

Schon im April starten wir an Bord der Silbermöwe heuer unsere Kabarettistische Rundreise durch das Ironische Meer mit neuen Zielen und bewährten Kleinodien aus dem Sprachschatz. Die Ausbeute unsrer Streifzüge in den Wortfluten hat bereits jetzt hohen Lustigkeitswert, einige neue usatirische Kavenzmänner konnten sichergestellt werden, und auch diverse tragende Teile erglänzen in frischer Politur. Ein Genuß für Satireversteher. Stapellauf: 15.4.2017.

 

 

Der Hundegottesbeweis vom Hundestrand Süssau

11. 5. 2016 Wenn ein Hund jemanden gebissen hat, bedeutet das, auch Hunde haben eine Seele. Denn: Der Hund muss voraussehen können, dass es wehtut, wenn er jemand beisst. Sonst würde er das ja nicht tun. Dazu muss er selber einmal gebissen worden sein und nun will er diese Erfahrung weitergeben, damit der Gebissene in der sozialen Beissordnung mitmachen kann. Durch Antizipation, also das Wissen um die Folgen des eigenen Tuns, offenbart sich der Hund als ein Wesen mit Seele und wenn es einen Hundestrand gibt, dann ganz sicher auch einen Hundehimmel. Die kleinen Plastiktüten, die da herumliegen oder in fremden Tonnen landen, sind Hinterlassenschaften einer göttlichen Wesenheit, die es nicht bis zum Altar geschafft haben. Der Hundegott existiert, was der Hund uns beweist, indem er nicht nur beisst, sondern auch schei…scheinheilig seine Plastikwindeln in fremde Abfalleimer legt und so tut, als wisse er von nichts. Er hat sogar ein Gewissen, der Hund, – wenn auch ein schlechtes. Da kann man nur beten, dass es sich um die Hinterlassenschaft des Hundes handelt und nicht um die von Herrchen oder Frauchen, die zu faul waren, den schönen Zweckbau am Süssauer Strand aufzusuchen.

10. 5. 2016 Lübecker Nachrichten

Ansage für Passagiere der MS Silbermöwe

„Achtung, hier spricht der Kapitän: Wir begrüßen Sie in unserem Strandkabarett Silbermöwe, direkt am Wasser, unsrer Bühne mit Meerblick bis nach Dänemark. Sie haben Fahrkarten gelöst für eine Kreuzfahrt in satirischen Gewässern, und zwar in deutschem Hoheitsgebiet. Das bedeutet: sie kommen garantiert genau wieder an den Ausgangspunkt zurück, Turbulenzen werden gemeistert, die Piratengefahr geht gegen Null und Flüchtlingswellen sind nicht zu erwarten. Gerade hier kam vor über dreißig Jahren die letzte Flüchtlingswelle an, sie bestand aus einer einzigen Person auf einer Luftmatratze und kam aus der demokratischen Zone. Was darf Satire in der Demokratie? Egal. Viel wichtiger ist: was ist Satire. Satire ist nicht alles. Satire ist eine Methode. Böhmermannskandal neulich? Das war doch keine Satire. Einem Erdogan Ziegenmissbrauch vorzuwerfen, ist keine Satire. Das ist höchstens Satirequälerei. Und was heisst da Missbrauch. Es ist nicht immer gleich Missbrauch, bloß weil etwas Brauch ist. Was bewirkt politisches Kabarett? Wenn politisches Kabarett nichts bewirkt, kann man es auch sein lassen. Wenn politisches Kabarett aber etwas bewirkt, ist das Ergebnis unsere politische Landschaft und dann hätte man es evtl. erst recht besser sein lassen.
Inzwischen sind Politiker sowieso die besseren Kabarettisten. Und überhaupt: der Politiker kann doch gar nichts dafür, dass es ihn gibt. Sie haben ihn ja gewählt. Ja, genau Sie! Ganz schön perfide: Sie wählen dem Kabarettisten einen Politiker hin und der soll sich daran abarbeiten! Politiker lächerlich machen? Wozu denn. Das deutsche Volk hat schon so genug Humor: alle vier Jahre gehen die Menschen zur Wahl, produzieren Politiker und den Rest der Zeit hocken sie ins politische Kabarett und lachen über sich selber. Das ist mündig, das ist demokratisch, das ist Leitkultur. Oder eher Kultur light? Anker lichten, Leinen los!“
www.silbermöwe.com

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S.a. Seite Herrmann selbst/Streifzüge: 24.8.15 Kabarett Silbermöwe als Kreuzfahrt des kleinen Mannes