Ruhige Freibäder – frauenfrei?!

In Zürich liegt ein Freibad, das Männern vorbehalten ist, das Männerbad am Schanzengraben. Merkmal: Totale Entspannung. Kein Stress, kein Gegockele von prolligen Muskeltypen, kein Zwang zu Baucheinzug und federndem Gang oder grossflächig-dauerhafter Hautverunstaltung. Dass die räumliche Trennung der Geschlechter den Stress rausnimmt, haben wir als Kind kennengelernt, beim Umzug aus der damals geschlechtsgetrennten Schulklasse im bayrischen Krumbach ins geschlechtsgemischte Freiburg. Von der klar freund- bzw feindschaftsgeprägten fröhlichen Bubenschar in die Rolle des kritisch beäugten Teilnehmers an frühzeitigem Heterotraining mit Mobbingqualität. Dass das nichts taugt und bloss einem übergriffigem Pädagogenhirn mit Neigung zu aufgezwungener Harmonie entsprungen sein kann, merkt man spätestens als Sportlehrer am Gymnasium, wenn man beim Versuch der Coedukation sofort die Mädchen- und Jungenhaufen in der Halle hat, die sich ganz von selbst herauskristallisiert haben, streng getrennt nach Geschlecht. Freiwillig! Möglicherweise ist das Trennen ein Konzept einer gesünderen Zukunft. Kein Mobbing an den Schulen, kein Stress im Freibad, keine Schlägereien mehr in den Zügen…und wenn später einmal nur noch der Mann geheiratet wird, den man vorher richtig kennenlernt, wird es möglicherweise auch zuhause friedlicher. Vorsicht, Satire.