Alle gucken in die Sonne

Toll: Die Leute sind aufgeräumt und medial versorgt, ach wie schön. So friedlich überall. Alle gucken durch trübe Brillengläser, wie wir damals im August 1999. Wer eine Sonnenfinsternis gesehen hat, hat sie alle gesehen. Hauptsache, die Leute halten mal still. Früher sassen die Menschen um acht vor der Tagesschau, man konnte aufatmen, der Tag war strukturiert. Heut flattern sie ziellos durch den Abend, weil man die Sendungen nach Belieben streamen kann. Wie doooof. Dem Tag fehlt die Struktur. Da hilft auch keine Sonnenfinsternis alle knapp 30 Jahre. Aber immerhin tröstlicher als Fussball-WM gucken. Tausende fliegen nach Island, manche sogar aus Australien, zum Sonne gucken. Vielleicht hätten wir unser West-Fenster vermieten sollen? Im Reflex der Kamera sieht man den Halbmond (glauben wir zumindest).