Wies’n verbot für „Grüne“?

Es gibt sie noch, die Winzparteien, die genetischen Isolate von Denkkultur auf dem Niveau der Humusschicht, die politischen Larvenstadien, die in ihren ökologischen Nischen lern- und erkenntnisfrei herumvegetieren und ab und zu den Mist über den Rand kippen. Die Bayernpartei fordert soeben ein Betretungs-Verbot für Grüne auf dem Volksfest „Wies’n“. Geht überhaupt ein Grüner auf so ein event? Wie will man das feststellen? Man siehts einem Grünen ja nicht an. Was soll an einem Wies’n Verbot schlimm sein? Wer freiwillig an solch einem überteuerten und strunzendummen Gröl- und Kotzfestival teilnimmt, kann sowieso keiner Grüner sein, Grün im Sinne von eigenes Denk- und Urteilsvermögen. Ok, vielleicht ein bayrischer Grüner. Der seine Joghurtbecherdeckel spült, der mit dem SUV zum Krötentragen fährt, wobei er schon bei der Anreise die Hälfte von denen in den Asphalt drückt, geschweige denn mit seinem fetten CO2-Abdruck die Ressourcen für alle zurückschraubt. Aber wer ein Wies’n-Verbot erwägt, ist standhaft im Glauben an alte Werte und hält die Wies’n für etwas Religiöses, für die womöglich höchste Manifestierung von göttlicher Transzendez – und ja, da könnte was dran sein: Je unverstehbarer das religiöse Zeremonial, umso tiefer der Ausdruck von Demut gegenüber der Unverstehbarkeit des Allmächtigen. Ok! Wies’n Verbot für die sackrischen Grünen! Raus mit euch, zurück in die Ehehölle in eurem überteuerten Münchner Mietloch, ihr Sackramentskrippel!