Kritiken

Syker Kurier – 16.10.2017

Saukomisch bis zum Schluss
Martin Herrmann reist mit der „Kreuzfahrt für Seekranke“ mit Humor durchs Wellental des Alltags
EIN-MANN-PROGRAMM: BEI SEINEM AUFTRITT IN DER BARRIER WASSERMÜHLE WURDE MARTIN HERRMANN NEBEN DEM APPLAUS DER BESUCHER NUR NOCH VON DEN KLÄNGEN SEINER GITARRE BEGLEITET…
Mit einem Test des Publikums und dem Versuch der Festlegung des Intelligenzquotienten des selbigen sowie der Beschreibung der Streikkultur und dem Lied „Lass mal Fünfe gerade sein“ begann der kurzweilige und lustige Abend. Mit seinen Beiträgen wanderte der Kabarettist Martin Herrmann quer durch unseren Alltag und nahm die Wechselfälle des täglichen Lebens auf die Schippe. Dabei war er höchst aktuell. Die gerade erst veröffentlichten Bildungsstandergebnisse hatte er, bezogen auf die Streikkultur, bereits in seine Erzählungen eingearbeitet. Bei den Ergebnissen konnte er nicht glauben, dass sich die Lehrer an ihr Streikverbot gehalten haben. In der Politik halte er sich aber lieber etwas zurück, weil seiner Meinung nach die Politiker die besseren Kabarettisten sind…begeisterte er sein Publikum in der Wassermühle –  saukomisch bis zum Schluss.

MK-Kreiszeitung 8. 12. 2016

Wortakrobat mit Taschenharfe

…Unkonventionell, wortgewandt und immer mal wieder mit Gitarre nahm er den Weihnachts-Geschenkterrorismus aufs Korn.

Geschenkterrorismus

Weser-Kurier 8. 12. 2016

Ein Abend mit Geben und Nehmen

…Martin Herrmann hatte sie alle im Sack.

Im Sack

Augsburger Allgemeine Nördlingen 13. 10. 2016

Tipps vom Frauenflüsterer

Tipps vom Frauenflüsterer

…kurzweilig, unterhaltsam, reichlich Applaus…

 

Lübecker Nachrichten 19. Juli 2016

Süssau

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Martin Herrmann sitzt vor der „Silbermöwe“ an der Ostsee. Diese Kulisse hat ihn inspiriert. „Das Böhmermann-Gedicht funktioniert, ist aber langweilig“
Kabarettist Martin Herrmann ist mit seinem Programm „Kreuzfahrt für Seekranke“ zu Gast in Süssau.
Artikel veröffentlicht: Dienstag, 19.07.2016 20:10 Uhr Quelle: Peter Mantik

Süssau. Beim Blick nach draußen weiß man an diesem Tage nicht, wo die Ostsee aufhört und der Himmel beginnt. In der „Silbermöwe“ in Süssau sitzt der Gast gefühlt quasi im Meer. „Es ist fast schon ein Makel, dass ich noch nie wegen Beleidigung angezeigt wurde.“ Martin Herrmann, Kabarettist
Diese atemberaubende Kulisse hat auch Kabarettist Martin Herrmann aus dem Süden Deutschlands angelockt und zu seinem Programm „Kreuzfahrt für Seekranke“ inspiriert. „Weil es nicht wackelt“, sagt Herrmann. Und wenn doch, dann vor lauter Lachen. Der Kabarettist spielt mit Grenzen, packt politische wie gesellschaftliche Reizthemen an. Martin Herrmann schüttelt aber beim Thema Jan Böhmermann und dessen Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Erdogan nur den Kopf. „Das Gedicht funktioniert, folgt einer klaren Methode.“ Es sei dermaßen übertrieben, dass sich nur ein äußerst verklemmter Mensch oder einer mit einem religiösen Tunnelblick daran stören könne. Herrmann persönlich findet es dagegen „eher langweilig“. Ein wenig neidisch ist Herrmann auf Kollege Böhmermann aber schon. „Ich wurde noch nie wegen Beleidigung angezeigt – das ist in meiner Branche fast schon ein Makel.“ Er orientiert sich künstlerisch eher am Stil eines Harald Schmidt. Es sei eine Kunst, einen Witz zu erzählen und etwas anzudeuten, und dem Zuhörer den Raum zu lassen für eigene Gedanken. Seine allabendlichen Auftritte um 20 Uhr in der Silbermöwe (15 Euro/mittwochs ist geschlossen) geben dem Herrmann den Raum, sich weiter zu entwickeln. Dabei habe er sich um 180 Grad gewandelt. „Ich stamme aus der Liedermacher-Ecke, habe dort gelernt, was es bedeutet ein Publikum zu führen.“ Dennoch habe er lernen müssen, Pausen zu setzen und eben nicht alles selbst zu erzählen. Seine Themen sind ein Streifzug durch die Gesellschaft. Er habe etwa herausgefunden, dass ein Trennungsgrund bei Paaren die Suche nach Geschenken zu Weihnachten sei. „Dieses Konsum-Terror-Fest macht viele wahnsinnig. Daher unterbreite ich dem Publikum Geschenkideen.“ Wie zum Beispiel „Kamasutra für Senioren“ – als dünne Broschüre, weil im Alter ja nicht mehr alles ginge. Gern bedient sich Herrmann auch Kinderliedern, die er dann umdichtet wie in: „Runter mit der Pille, Schwänzchen in die Höh’.“ Das ist der Viagra-Song. In seiner Freizeit genießt der Mann aus den Bergen die See – oder er dreht beim TSV Heiligenhafen in der Turnhalle seine Riesenfelgen am Reck. „Das hält mich fit“, erklärt Herrmann, der mit dem ambitionierten Geräteturnen im Studium begann. Extremer Sport war ihm immer schon ein Gegenpol zur musischen Seite. „Wir Jungs waren 1969 die ersten, die mit Fahrrädern Down-Hill die Wälder hinabgebraust sind. Diese 28-Zoll-Räder waren die ersten Mountain Bikes dieser Welt“, erzählt Herrmann. Künstlerisch ist er in seiner süddeutschen Heimat in den großen Hallen daheim. Beispielsweise in Böblingen, wo er vor 1500 Menschen auftrat. „Das geht wie von allein“, sagt er. Das Publikum mitnehmen, meint er. Etwas anderes sei es, an einem verregneten Abend in der Woche in der Silbermöwe für vier Personen aufzutreten. „Die Herausforderung ist es dann, dass die wenigen Zuschauer nicht mit dem Künstler Mitleid bekommen. Das wäre fatal. Es muss Spaß machen.“ Bisher hat es immer geklappt.

Peter Mantik

 

 

Sindelfinger Zeitung 17.8.2016 

Ausflug in die Welt der Klischees
von Matthias Staber

…Als unterhaltsame Melange aus Musikkabarett und Stand-Up funktioniert Keine Frau sucht Bauer ausgezeichnet.

Welt der Klischees

 

 

Böblinger Kreiszeitung 14.8.2016

Äcker, Akademiker und anonyme Überholiker
von Anne Abelein

…Zum Wegwerfen witzig: Martin Herrmann kam beim Publikum bestens an

Martin Herrmann ist ein schwarzhumorig- satirischer Troubadour mit Gitarre und ein gewandter Stand-up-Comedian zugleich…
Akademiker, Überholiker…

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Heilbronner Stimme vom 25. 4.2016 

Frauenflüsterer und Exil-Bayer mit CSU-Allergie
von Uwe Deeke

…Martin Herrmann nimmt mit subtilem und bissigen Humor die Alltagswelt auseinander, auch in seinen Liedern an der Gitarre. Als Anhänger des Fingerpickings packt er bitterböse Texte in harmlose Harmonien…wandelt mt „Trauben vergiften“ einen Georg Kreisler ab und sogar einen Rilke mit seinem „Castor Panther“. Intelligent und hintergründig macht er das und immer mit Überraschungen…

Martin Herrmann überzeugt im Cafe Piano

Cafe Piano

Nordwest Zeitung vom 11. 4. 2016
Von Hans Passmann

Frauenflüsterer – feinzynisch

…Exil-Bayer mit CSU-Allergie…böse, aber stets mit Augenzwinkern und vor allem mit viel Witz…feinzynisch und mit Pointen gespickt…kam ohne Zugaben nicht von der Bühne.

 

Merkur vom 10. 2. 2016
Von Peter Herrmann

Frauenflüsterer mit String-Kopftuch

„…Ob Martin Herrmann mit seinem Programm auf Dauer große Hallen füllen kann, bleibt abzuwarten. Denn sein Humor überschreitet bewußt Tabugrenzen…“

Man hat es geahnt: in Bayern füllt ein Kabarettist (!) auf Dauer die großen Hallen nur dann, wenn er die Schengener Tabugrenzen nicht anrührt…Die großen Hallen füllt hierzulande auf Dauer sowieso bloß Aldi.

 

 

Kieler Nachrichten vom 19. 7. 2015: 

Mit Volldampf an die Sch(m)erzgrenze
Von Thomas Richter
Artikel veröffentlicht: Sonntag, 19.07.2015 13:40 Uhr

Was treibt eine Frau aus der Stadt in die Arme eines Bauern auf dem Lande? Warum gar hoffen TV-erprobte Städter inzwischen, eher eine Frau zu finden, wenn sie sich als Bauer verkleiden? Diesen und viele andere Mysterien unserer Zeit und Zeitgenossen kam der Kabarettist und selbsternannte „Frauenflüsterer“ Martin Herrmann mit seinem Programm Keine Frau sucht Bauer im anständig besuchten Lutterbeker auf die Schliche.

…Wohl Niemandem aber bleibt dabei verborgen, dass Herrmann ein gewitzter und geschulter Musiker ist. Immer wieder greift er während des Abends zur Gitarre, und der geistreiche Wahnsinn seiner Lieder wie etwa das saukomische Schuldgefühle hat sowohl inhaltlich als auch sprachlich durchaus Methode.

(Anmerkung MH: Bin begeisterter Fingerpicker. Jetzt hat’s einer gemerkt…)

Schwäbische Zeitung vom 21. 9. 2015:

Herrmann kennt Apothekenumschau auswendig

„Frauenflüsterer“ Martin Herrmann begeistert am Gleis 1 mit seinem Programm „Keine Frau sucht Bauer“

Meckenbeuren.
„Warum i und nicht du, das liegt nur am IQ.“ Tja, er hat es ihnen allen gezeigt, den Frauen vom Land und denen aus der Stadt und ihren Humor herausgefordert, mit deftigen Sprüchen und herrlichen Liedern. Die Rede ist vom Frauenflüsterer Martin Herrmann, der im Kulturschuppen auch mal den Macho herausgelassen hat und die Damenwelt dafür sogleich mit einem verschmitzten Lächeln versöhnte. Dreimal holten sie ihn für Zugaben auf die Bühne.

„Gefahrlos ist er in Meckenbeuren angekommen, weil ohne Zug und ohne Verspätung“ und war bestens informiert über wirklich alles, was der Damenwelt und auch den Herren so alles passieren kann. Vom schwangerschaftbedingten Streik der Lehrerinnen wusste er zu berichten und nutzte die Apotheken-Umschau als Informationsbroschüre in allen Lebenslagen. Er verschonte weder Einstein noch Nobel und schon gar nicht den Mann am Hobel: „Warum die und nicht du, das liegt nur am IQ.“ „Ihr dagegen sitzt jetzt locker eine Stunde auf dem Hocker“, nahm er sich auch die Gäste vor, „ich darf singen, aber du? Das liegt nur am …“.

Vielfach ausgezeichnet ist der „Frauenflüsterer und Anti-Liedermacher“ Martin Herrmann, der in Augsburg geboren wurde, in Freiburg zur Schule ging und nach der Tätigkeit als Lehrer für Sport und Biologie in München–Pasing zum Kabarett wechselte.

Sieben Programme hat er bereits erfolgreich aufgelegt und singt und plappert sich in die Herzen seiner Gäste. So auch am Samstag am Gleis 1, wo er ohne Hemmungen 16 Bestandteile nach der Operation im Patienten zurückließ unter dem Motto: „Gebt dem Körper, was er braucht, und er hilft sich selbst“. Auch für den verliebten, Nieren spendenden Chirurgen gab’s kein Pardon, wohlwissend, dass es das erste Mal war, dass die „Patientin den Spender abstößt und nicht das Organ“.

„Keine Frau sucht Bauer“, dieses Thema griff er immer wieder auf, schlüpfte in Karohemd und Seppelhut und frohlockte über die „doppelte Maskulinität der Männer“ von der Kulturbühne. Vom „HerrMann“, der nur im Stehen in die Windel machte und sich Mutters Brust einfach selber nahm. Vom Heiligen Martin, der den Mantel mit einem Bettler teilte, und danach mit ihm zusammen erfror. Oder vom Übermann, der die stolpernden Frauen in Pumps auffängt, bevor er sie dann weiterreicht.

Dazu zog er sich das „Stringkopftuch“ über und machte das Zölibat zum „Mein Eid“, den jeder Pfarrer schwöre. Denn auch die Glaubensfrage spalte Stadt und Land, und da war man dann wieder angekommen beim großen Thema seiner Show: „Keine Frau sucht Bauer“. Mit großem Applaus dankten es ihm die Gäste und ließen ihn erst nach der dritten Zugabe ziehen.

Fränkische Nachrichten 3. 11. 2015
Gelungener Startschuss mit Musikkabarett

Gelungener Startschuss mit Musikkabarett

Von unserem Mitarbeiter Peter D. Wagner
BAD MERGENTHEIM. Musikkabarett von Feinsten bot am Freitagabend zum Auftakt der sechsteiligen Kleinkunstsaison 2015/2016 der Stadt Bad Mergentheim der mehrfach mit hochwertigen Preisen ausgezeichnete Kabarettist und Mitherausgeber der früheren Satire-Zeitschrift „Pardon“, Martin Herrmann aus Heidelberg. Er präsentierte sein Programm „Keine Frau sucht Bauer“.
Herrmann – das ist zum einen „Der amtliche Frauenflüsterer Deutschlands“, wie er sich im ausverkauften Kulturforum bezeichnete, zum zweiten „Gewinner des Blitzer-Marathons“, so der Kabarettist über seine Anreise an Radarfallen vorbei im Raum Bad Mergentheim, sowie zum dritten der Träger eines „extrem maskulinen Namens“. „Herr“ und „Mann“ – „dieser Name ist eine Herausforderung für jede Gleichstellungsbeauftragte“, betonte der Kabarettist, der zudem bei seinem Auftaktlied über Albert Einstein meinte „ich darf singen, Ihr hört zu“. Dies sei jedoch nur als Scherz zu verstehen, denn schließlich müssten sich in einem Lied die Verse ja reimen.
Herrmann wusste darüber hinaus ebenfalls Antworten darauf, weshalb keine Frau einen Bauern suche. Unter anderem, weil Bauer sei gleich Problemfall, Suche das Problembewusstsein, und dazu komme dann das Thema Frau… „Auf den Acker stehen heute immer weniger, aber viele stehen auf den Akademiker“, konstatierte der Kabarettist. Was treibe also eine Städterin womöglich in die Arme eines Bauern? „Ist es das Platzangebot für die Kinder und der Streichelzoo im Haus? Der Bauer ist familienfreundlich. Und wenn die Frau vom Gebären zu müde ist, trägt sie der Bauer auf Händen – zur Stallarbeit“.
„Sie haben sicherlich davon gehört – in Berlin haben Unbekannte einen 30 Meter langen Tunnel gegraben und eine Bank ausgeraubt. Offenbar gibt es in Berlin noch Bauvorhaben, die gelingen“, frotzelte der Kabarettist, der sich natürlich nicht auf das Thema „Bauer“ beschränkte. Ebenso spitzzüngig beschrieb er die aktuelle Fortschritts-Medizin: Nach einer OP seien im Patienten 16 Operationsbestandteile gefunden worden wie etwa Nadeln, Verbandsmaterial und Tupfer. Ein wesentlicher Faktor in der Bilanz einer Klinik seien anscheinend die gestiegenen Kosten der Müllentsorgung. „Wenigstens haben jedoch keine Organe gefehlt“.
Mit Wortwitz gespöttelt
Im weiteren Verlauf nahm Herrmann unter anderem Ärzte-, Kita-, Lehrer- und Pilotenstreiks ebenso aufs Korn wie den ehemaligen Bischof Tebartz van Elst. „Was hat man gegen den? Das ganze Geld ist ja nicht weg, sondern schwimmt doch um Limburg herum“, bemerkte er dazu. Und überhaupt sei dies geradezu unbedeutend im Vergleich zu den Bauausgaben durch den bayerischen Erzbischof Reinhard Marx. „Der hat 100 Millionen mehr verbaut. Da kann man wohl zurecht sagen, dass wenn sich einer mit Kapital auskennt, dann Marx“, spöttelte Martin wortgewitzt.
„Ich habe mich noch nie heiraten getraut, denn das ist zu viel Stress, da die Scheidungsrate bei 50 Prozent liegt“, meinte der Kabarettist zwischendurch erneut in der Rolle eines Bauern. Nur auf dem Land herrsche Stabilität. Der Grund: Die Frauen sitzen alle in der Stadt und lassen sich scheiden“. „Und viele heiraten ja nur deshalb, um einmal hupend durch die Stadt fahren zu können“. Zudem gebe es ja die CD „Nie mehr alleine“ mit „Partnergeräuschen“ wie etwa Staubsaugen. „Der Idealpartner“ lautete gleichwohl der Titel einer weiteren Ballade – „ein sehr kurzes Lied“, wie Herrmann ankündigte. „Handy in der Suppe, Löffel am Ohr“, sei einer der Ergebnisse von (vermeintlich erfolgreichem) „Multitasking“, wie er zudem feststellte. Zur Abrundung präsentierte er zum Abschluss ein Lied übers Älterwerden, denn „darin sind wir alle Spezialisten“.
Exzellentes Kabarett
Mit solchen Überlegungen, Erzählungen, den Bauerngedanken sowie vielfältigen Liedern an der Gitarre und an der „Tibetanischen Taschenharfe“ (einem Eierschneider) bot Herrmann exzellentes Kabarett für Neoromantiker, mit sehr viel Feingeist, hintergründigen Tiefsinn und Wortwitz, mal heiter und lustig, mal ironisch bis hin makaber oder sogar frivol, jedoch allemal durchgängig sehr intelligent und auf anspruchsvollem Niveau.