Freiburg löst Wohnraumknappheit bei Luxusgräbern

Ein Münsterbesuch heute früh mit nachfolgendem Literaturstudium in der Bibliothek gegenüber rief uns eine gute Idee in Erinnerung: Die Vertretungsverweserschaft. Das Freiburger Münster, speziell der Boden desselben, wurde Mitte der 1800er Jahre plötzlich begehrt als Grabstätte. Die Freiburger Elite glaubte, durch die letzte Ruhestätte der eigenen Knochen im heiligen Fussboden schneller und sicherer einen Platz im Paradies zu bekommen. Infolgedessen stieg der Quadratmeterpreis für Münsterboden schnell himmelhoch an, da war es fast noch leichter, in Freiburg eine Wohnung zu bekommen. Wegen des Andrangs hatte die Verwaltung anno 1881 die Idee, einen Stellvertreter zu bestimmen, der für alle im Erzbistum dort den Humusstatus erreicht: den Erzbistumsverweser. Man konnte diesen Posten auch prompt besetzen, mit dem jungen Lothar von Kübel, der soeben mit 13 in einem Freiburger Bächle ertrunken war. Alle waren es zufrieden und sind es heute noch. Wann kommt der Erzbistumsmieter, der stellvertretend für alle Wohnungssuchenden eine Freiburger Wohnung bewohnt?