Was uns Aussenstehende und normalen Leute ja nun wirklich überhaupt nichts angeht, sind die Unterhosen von anderen Leuten, besonders die von berühmten Leuten. Trotzdem giert eine Mehrzahl von Menschen nach Informationen aus diesem dumpf-miefigen Bereich ausserirdischen Lebens. Was heisst da Mehrzahl – man geht davon aus; die Algorithmen habens errechnet und wir glaubens. Immer wieder stolpern wir optisch über Schlüpfer-Schlagzeilen, wo Berühmtheiten das Ende ihrer Beziehung bekanngeben. Irgendein Jeanpierre hat sich von so einer Vanessa getrennt. Jetzt erfolgt wieder eine Annäherung, meldet der Mediensumpf. Man hat Jeanpierre mit seiner Ex in einer Kneipe gesehen. Ja und? Sie sind zusammen – brüllen die Schleimhautapologeten. Wir sagen, ja, beim Essen. Ist das schon Beziehung? Bedeutet das schon Alimentekompatibilität? Was, wenn die beiden einfach so zufrieden sind? Der eine liest was, die andere klickt sich durchs Internet, alles auf einem Sofa. Schock: Was, wenn es dabei bleibt? Die Medien glauben das nicht, wollen das nicht glauben, sie urteilen aus der eigenen Unterhose heraus und in eure hinein. Und ihr fallt drauf rein. Leider, doch, da ist nix, Leute, da ist jedenfalls nicht das, was ihr euch zusammenträumen müsst, getrieben von den Dealern der Klicksucht. Und PS.: Der Typ heisst nicht Jeanpierre, sondern Raul mit so einem komischen Apostroph, den wir aber zu faul sind zum Suchen und Jeanpierre meint doch ziemlich dasselbe. Wir hoffen, ihr seid uns deswegen nicht instagram. (Instagram! So ein blöder Name, aber wers braucht…)
