Sie wollte einen Flusskrebs (Astacus Astacus) retten, der in einem Restaurant als Ausstellungsstück für Kinder in einem Aquarium gehalten wurde, stürmte den Laden, griff sich das Tier und warf es ins Hafenbecken. Da wir als Kind selber Flusskrebse gefangen haben (bachaufwärts waten, Stein so umdrehen, dass die Schlammwolke sofort bachabwärts gespült wird, hinter den hockenden Flusskrebs das Glas heranführen und wenn er dann seinen Schwanzschlag ausführt, der ihn aus der Gefahrenzobe katapultieren soll, landet er im wassergefüllten Glas und später im Aquarium zu Studienzwecken), haben wir mitgefühlt. Der Flusskrebs ist ein Süsswassertier (Fluss!), das Hafenbecken aber ist voller Salzwasser. Der arme Zehnfüsser war dann zwar recht schnell hin, aber wir lernen daraus zweierlei: Bei Rettungsaktionen nicht immer von sich auf andere Tiere schliessen. Und zweitens: besser mal vorher fragen. Wen? Na das Tier. Die fühlen sich oft ganz wohl da, wo man sie hineinsetzt. Wir haben die unsrigen übrigens wieder in den Bach gesetzt, damals, noch vor der Flusskrebskrankheit, bei welcher sie fast ausgestorben sind. Die wären womöglich auch lieber bei uns geblieben.
