Iran will Maut für Hormus

Die Iranische Regierung erwägt eine Maut für die Strasse von Hormus, und liefert gleich die Erklärung, wozu: Für Umweltmassnahmen und Dienstleistungen. Hier kommt Deutschland ins Spiel. Wer hat die Kompetenz und die richtigen Leute für Maut und so Zeug? Wir. Andreas Scheuer von der CSU steht schon in den Startlöchern, ein ausgewiesener Fachmann für Strassenzölle. Der kann Maut wie kein zweiter und es gibt ja an der Strasse von Hormus noch einen Haufen anderer mautfähiger Staaten und staatsähnlicher Vereinigungen, wo unser Scheuer sein Konzept verwirklichen kann. In der Region um Hormus stören keine Gerichte oder Winkeladvokaten den wirtschaftlichen Fortschritt. Die Maut kann kommen und die Strasse von Hormus wird zur Autobahn von Hormus.

Erdachse verschoben wegen Grundwasserentnahme (?)

Dass der Mensch ein Virus ist und bloss Schaden anrichtet, war schon lange klar, aber dass er durch seine Wasserumverteilerei die Erdachse verschoben hat, will uns nicht einleuchten. Bzw. leuchtet ein, aber was soll daran so schlimm sein? Auf diesem Planeten haben sich im Lauf der Jahrmillionen ganze Ozeane umverteilt und trotzdem rotiert die Kugel noch. Wir erinnern uns vage an den Titel eines Songs aus der Mundorgel „Der Globus quietscht und eiert…“, ein Lied, das uns degenhardtverwöhnte Songinterpreten damals zu Lagerfeuerzeiten nicht sonderlich berührt hat und wenn wir heute recherchemässig youtuben und die Lieddarbietung sehen von so einem Batschkapptypen, der uns erstmal unnötig zulabert bevor er mit –  man muss es leider so sagen – minderwertigem Gitarreschrammeln den recht einfältigen Song abschruppt und -schrammelt, dann schalten wir schnell ab, holen die Klampfe raus und spielen das heute so gültige und unendlich stärkere Lied von Degenhardt „In den guten alten Zeiten“, und freuen uns auf die Liedstelle „und der Globus drehte sich nicht plötzlich rückwärts und im Kreis / doch man schaffte rüstig, bis es dann gelang, wie jeder weiss – und da war schluss mit jenen Zeiten…“

Räuber lassen nackten Mann zurück

Sie wollten Geld und bekamen nur Kleidung: In Gelsenkirchen konfiszierten Schuldeneintreiber bei einem Mann alles, was er auf dem Leib trug. Er rief aus einem Gebüsch um Hilfe und freundliche Anwohner schenkten ihm einen Jogginganzug, bevor die Polizei kam. Genaue Angaben konnte er nicht liefern, ausser, dass einer der Täter einen schwarzen Jogginganzug trug. Möglicherweise war dieser vorher in derselben Situation. Aber in schwarz? Naja, wems gefällt. Aber bei Nacht wird damit das Joggen gefährlich, man wird schlecht gesehen. Ob da im Gebüsch eine Tauschbörse entsteht für Joggingkleidung? Sinnvoll wärs.

Der Lebensnachweis

Rentenzahlungen ins Ausland sind möglich, aber bevor echte Werte ins Leere laufen, muss ein Lebensnachweis erbracht werden. Das gilt für ausgewanderte deutsche Rentner. Aber inzwischen auch für das deutsche Publikum. Hey, lebt ihr noch? Bei Kabarettisten mit dem Anspruch, sie machen etwas zum Nachdenken, ist dieser Lebensnachweis oft enorm wichtig. Natürlich gilt das auch umgekehrt: das Publikum hat das Recht auf einen Lebensnachweis der Humorkünstler. Z.B. wenn einzelne Gags schon anfangen zu riechen.

Mount Everest zugemüllt: Schutz vor Aliens?

Bergsteiger bezwingen heute massenhaft die höchsten Gebirge der Welt. Der Mensch triumphiert auch in sauerstoffarmen Gegenden und zeigt, dass er da war. Hunderte Tonnen von Müll schichten sich über die Schneedecke des Mount Everest, für viele ein Ärgernis, aber erst mal nachdenken, bevor man schimpft. Was heisst schon Müll? Es sind die Spuren von Zivilisation, in dem Fall unserer Zivilisation, Spuren, die sogar vom All aus gut zu sehen sind und der Mensch empfindet sich als Botschafter. Manche lachen noch über diese Botschaft damals in den Siebzigern, als man die Weltraumsonde „Pioneer“ mit einer Goldtafel ausstattete, auf der ein nackter Mann plus Frau das All und seine Bewohner gegrüsst haben. Jetzt hat man im Weltall eine bildliche Vorstellung davon, wer die Sauerei auf dem Berg hinterlassen hat. Und der Everestmüll sorgt dafür, dass uns die Aliens in Ruhe lassen. Wer landet denn auf einem Müllhaufen?

Rechtschreibreform für „geistig Zuwendungsbedürftige“

Man darf ja nicht „Blede“ sagen. Aber auch Blede haben ein Recht auf Teilhabe, oder wie die Toleranzinhaber ihren heimlichen Anspruch auf Führertum im Sozialwesen das auch immer nennen. Dass Rechtschreibung für die Genauigkeit des Bildes unerlässlich ist, welches man durch sein Wort in der angesprochenen Person erzeugen möchte, ist doch logisch. Die Getrenntschreibung führt zu Sprachverarmung, Minderung der Ausdrucksfähigkeit und überhaupt zu grossem Schwurbel, wir sind zu faul für Beispiele, sucht sie euch selber. Das Wort Zusammenschreiben muss natürlich zusammengeschrieben werden. Ja dann schau doch hin! Wir müssen das Wort zusammenschreiben oder: wir müssen das Wort zusammen schreiben. Hocken die dann alle gemeinsam da um das Wort zu schreiben? Zusammen? Und wenn ein einziges Komma fehlt, wirds ganz schnell makaber. Zwei Kommata im Satz: „Komm, wir essen, Tante Erna!“ Ein Komma fehlt: „Komm, wir essen Tante Erna!“ Ä pfui deifel. Sie werden immer bleder. Freiwillig!