Spargel und Potenz: Frauenfeindlich?

Die Spargelzeit beginnt und viele freuen sich auf das Gemüse, welches noch vor weniger als hundert Jahren als sog. „Arme-Leute-Essen“ auf den Tisch kam. Heute sind die faserigen Stangen versnobt zum Kultgenuss und haben auch nicht mehr Vitamine als anderes Pflanzenzeug. Dafür bekommt Urin eine kräftige Duftnote. Dies wiederum erzeugt das Gefühl, dass sich im Körper ordentlich was getan hat und macht zufrieden. Weil so ein Spargel vom Erscheinungsbild her phallisch wirkt, wollten schon frühe Querdenker potenzfördernde Eigenschaften gesehen haben im Spargel, und unsere zeitgenössischen Theoretiker erkennen sogar die Tendenz zum safer Sex in den kondomartigen Plastikbahnen auf den Spargelfeldern. Genauso gscheit ist der Chines, der den Elefanten wegen dem Stosszahn abknallen lässt. Der besteht zwar bloss aus Zahnschmelz, aber er sieht ja so phallisch aus. Der Chinese nimmt allerdings den Stosszahn in zerriebener, zermahlener, also gebrochener Form ein, aber scheints juckt ihn das nicht. Möglicherweise funktionierts ja sogar als Globuli. Ob Stosszahn oder Spargel, frauenfeindlich ist der ganze Schmonzes allemal. Die deutsche Kultfrau weiss doch nie: Liegts an mir oder wars der Spargel?