Sardinien, laut dem genialen Autor Thomas Harris (Schweigen der Lämmer/Roter Drache/Hannibal) das Heimatland der Entf
ührer und Erpresser, wird offenbar jetzt selber verschleppt. Touristen dürfen keine Steine, Muscheln oder Sand mit heimnehmen, da der Schwund offenbar Spuren hinterlässt, Spuren, die keiner verwischt. Sogar Handtücher dürfen nicht mehr mit dem Sardischen Strandsand in Berührung kommen, weil sie als heimliche Sandfallen wirken. Tonnenweise wurde die sympathische Insel bereits ins Ausland verschoben, jetzt schiebt der Staat selber Schloss und Riegel vor. Der Sand im Handtuch wird zu Hehlerware, bald fluten neuartige Einnahmen die Staatskasse wie Sand am Meer. Aber umgekehrt: Was ist mit dem Sand, den die Touristen in ihren blöd-russischen Liegestuhlbeleg-Lappen von woanders einschleusen? Wird Sardinien zum neuen Mallorca? Und was macht der CO2-Fingerabdruck? Die CO2-Rechner stellen fest, dass für jedes Gramm Sand, das Touristen klauen, eine knappe Tonne Kerosin in die Atmosphäre geblasen wird. Wer auf Sand gebaut hat, war früher Opfer, heute ist so jemand wohl stinkreich. Der Beruf Strandräuber bekommt völlig neue Dimensionen. Also so gehts ja nicht, ihr Land und Sandklauer.
