Mein Kopf gehört dem Internet

Immer öfter drehen sich talkshows um das Thema der Übernahme unseres ichs durch Wirtschaftskonzerne. Das wäre doch prima! Wenn mich der Staat nicht übernimmt, gehe ich in die Wirtschaft. Firmen arbeiten daran, Gehirne an das Internet anzuschliessen. Angeschlossen sind wir doch längst, halt über die eigenen Augen und Ohren. Hat die Wirtschaft Steuervorteile, wenn sie unsere Gehirne übernimmt? Die meisten Hirne eignen sich immerhin als Verlustvortrag. Nach dem Mauerfall ’89 bekam unsere Wirtschaft Millionen Gehirne geschenkt, Jubel, Jubel. Wann kapiert die Wirtschaft, dass sie diesen Gehirnen später auch die Renten erwirtschaften muss?  Hirnis

Für Freunde des genauen Hinsehens im Kino

Im Film „Der Amerikaner“ mit G. Clooney hockt ein Falter am Zweig und fliegt nicht weg, obwohl das Auto den Busch streift. Das Team hat ihn wohl festgeklebt: 

 

 

„Der Amerikaner“ 1:13:36

Der Hauptdarsteller, ein Profikiller, klebt selber am Leben, aber nur am eigenen. Am Ende ist der Killer tot und der Falter weg, er flattert als Seele des Hauptdarstellers gen Himmel: Dank des Pfarrers im Film. Ansonsten hätte er nach der Verpuppung als Engerling den Weg nach unten suchen müssen. Sieht doof aus und ist schwer zu filmen, gut, dass der Pfarrer da war.

     „Der Amerikaner“ 1:34:36
Schön auch, dass man darauf geachtet hat, die Klebereste am Zweig zu entfernen. (Identifikationsmerkmal: der kleine helle Fleck am oberen Blatt).

Ehe für alle, auch für Royals

England hat geheiratet. Das Heiraten als Grundwert erlebt momentan eine Renaissance, so enthält das Motto „Ehe für alle“ einen latenten Aufforderungscharakter und die Heiraterei ist doch im Grunde ganz einfach. Ehe für Alle klingt ja schon nach Vereinfachung, so wie Rechtschreibreform. Rechtschreibung ist inzwischen Gefühlssache, aber wie ist das mit der Ehe? Können sich heutzutage zwei verlebte (sic!) Heteromänner in einen Ehestatus schleichen, der den beiden Sexmuffeln gar nicht zusteht? Werden da nicht Gefühle verletzt, die Gefühle von uns anderen? Hier besteht Nachbesserungsbedarf. 

Fussballer und Politik

Zwei Fussballnationalspieler haben sich mit einem Staatschef wahlkampfhelferisch fotografieren lassen. Nun reagieren jene Teile unserer Presse ungehalten, deren Beiträge sich konsequent im veröffentlichbaren Bereich bewegen. Warum eigentlich? Dieser Staatschef ist nicht nur treuer Dauer-Anwärter auf den Beitritt in unsere Staatengemeinschaft, sondern arbeitet seit 2015 als Desintegrationsbeauftragter eng mit unserer Regierung zusammen. Seine Flüchtlingsvermeidungsarbeit ist unserer Regierung jährlich Milliarden wert. Dieser Staatsmann trägt die moralische Pflicht, unsere Grenzen indirekt zu schützen, immerhin verfügt er nicht nur über hochwertige deutsche Panzer, die tatsächlich funktionieren, sondern auch über taugliches Personal. Unsere Armee rekrutiert sich aus übergewichtigen Handyrubblern mit Gewehren, die um die Ecke schiessen. Der einzige Hubschrauber, der funktioniert, ist die eigene Mama, die ihren Heimschläfer morgens zur Kaserne transportiert und abends abholt. Allerdings sorgt schon die Erscheinung der Mutterbrummer für einen Abschreckungseffekt, der nicht unterschätzt werden darf. Vielleicht schlummert hier zukünftiges Eroberungspotential? Dennoch sollten wir den beherzten Sportlern dafür danken, dass sie den Mut haben, sich mit jenen grauen Eminenzen zu präsentieren, die uns die Demokratie auf traditionelle Weise erhalten.

Rattenphallus, weiblich und männlich

Das dürfte Rattenbesitzer interessieren: Jetzt weiss auch die Wissenschaft, welche Areale im Hirn von Ratten für den Phallus zuständig sind. Also den für Ratten.
Dass die Hirnregionen für die rättische Lust erst jetzt entdeckt wurden, beweist doch, dass in der heutigen Forschergeneration ein interdisziplinäres Interesse für Freude am Leben angekommen ist. Möglicherweise inspiriert die ewige Displayrubblerei sogar den forschenden Menschen.  Digitalisierung: o seliges Zeitalter der Steinmännchenbauer, Liebesschlosshänger, Teddybärenwerfer….Moment mal: Wo bleibt das dritte Rattengeschlecht?! Ein Fall für die Gerichte!? Gleichstellungsbeauftragte fordern Handys mit Rattenklingelton, die quieken ekstatisch beim Rubbeln.

 ZEIT-Rätsel online 4.5.2018

Mutter bemuttern

SZ-online: heute ist der Tag der Mütter, und Franken bietet Thermalbadevents für Mütter, denn: „eine Mutter muss sich auch mal was gönnen“. Erfrischend, wenn Mutter wenigstens einmal im Jahr etwas für ihre Gelenke tun darf, soll und muss, dann bleibt sie uns noch Jahre fürs Kochen, Waschen und Putzen erhalten, wenigstens, bis die Kinder aus dem Haus sind.