Filterwochen

22.6.17 Satz des Tages: Wenn starke Kaffeeliebhaber heiraten, fahren sie in die Filterwochen. Keine Pointe, aber wenn man das laut ausspricht, kommt man kaum noch davon los.

Heiratszwang oder Zwangsheirat?

19.6.17 Mit der Forderung „Ehe für alle“ ziehen die Grünen in den Wahlkampf, in der Hoffnung, dass dann auch alle zustimmen. Allerdings funktioniert die Strategie nur, wenn gleichzeitig „Scheidung für alle“ angeboten wird, also auch Scheidung für solche, die sich bislang nur das Heiraten leisten konnten. Vor allem die künftigen minderjährigen EhegattInnen werden sich freuen, dass ihr Elendsdasein anerkannter Status wird. Gattendrang Bedeutet „Ehe für alle“, dass jetzt jede/r ein Recht auf das Geheiratetwerden hat? Ja – nur nicht von wem. Wenn schon reaktionär, dann richtig:  Im alten Sparta durften Junggesellen, die älter waren als 35, von ledigen Frauen öffentlich geohrfeigt werden. Diese alten Griechen kannten offenbar noch keine Schwulenehe. Wenn „Ehe für alle“ als Pflicht verstanden wird, bekommen endlich Kuh und Esel, Hund und Katze die Rollen, die ihnen öfter zustehen, als man für wahr halten möchte. Das Zölibat wird dann zum Luxusstatus bzw. elitäres Merkmal für katholische Priester.
Welche Partei übernimmt endlich die ökologische Kompetenz? Dringend!

Schwarzhumorversteher

17.6.17 Anlässlich des satirischen Aufmachers der taz von heute kam es zu spontanen Entblössungen latent rigider Seelenhaltungen: „Ich mag Satire und schwarzen Humor. Aber…“usw. Eines ist sicher: Wenn sich Mitmenschen selber das Zeugnis für Satireverständnis und schwarzen Humor ausstellen, kann man darauf wetten, dass solche Zeitgenossen keinen Funken Verstand aufbringen für Satire und schwarzen Humor. So funktioniert ihr Schema: „Ich bin total für Menschenrechte, aber…“ bzw: „Die Meinungsfreiheit ist unser höchstes Gut, allerdings…“. Auch erwartbar: „Ich bin total gegen Krieg, jedoch…“. Und natürlich: „Ich bin entschieden gegen die Todesstrafe. Nur wenn…“ Satireversteher
(Anm. d. Red.: aus Gründen politischer Korrektheit wird der Begriff „schwarzer Humor“ künftig ersetzt durch „starkpigmentierter Humor“.)

 

Rigastrassenkrawall: Berlin trauert um Kohl

17.6.17 Pünktlich zum Ableben des Einheitskanzlers gab es in der Berliner Rigaerstrasse Trauerfeiern in der linken Szene. Es herrschte eine Art Bürgerkrieg für Kitas, es haben Autos gebrannt, sowie andere Barrikaden; es flogen Pflastersteine, Polizisten wurden verletzt. Viele Flüchtlinge bekamen heimatliche Gefühle, mancher Syrische Pass wurde für alle Fälle hervorgeholt und erneuert. Ein geheimes Sondergremium erarbeitet Pläne für eine Renovierung der Balkanroute für Deutsche. Diesmal in Gegenrichtung, haustiertauglich und barrierefrei.

Frühe Urkunden

16.6.17 Sensation aus der Dokumentenforschung: hier ein gut erhaltener Syrischer Pass aus der Frühsteinzeit, ca. 2 Mio. Jahre alt und immer noch gültig!

Ausgrabungsort: Strandpromenade Süssau,15.6.2017

Legitimiert am 16.6.17 durch Küstenwache im Hintergrund (Zoom: Friwall, Zoll)

 

Gigantischer Grottenolm bei Neapel aufgetaucht

11.6.17 Neapel ist berühmt für seine Pizza und seine Müllberge. Wenn aber die kritische Masse aus Müll und Pizza überschritten wird, kommt es zu einer genetischen Kettenreaktion. Nun hat sich ein riesiger Grottenolm aus den Neapolitanischen Abfallbergen gewühlt, ist schnell gestorben, liegt jetzt bleich und bizarr zwischen den Abfallhügeln und riecht nach alter Pizza. Sogar die Mafia versteht nur noch Bahnhof, aber genau das ist symbolisch: hier liegt jene Ausgeburt des Machbarkeitswahns im italienischen Licht, deren Pendant in Stuttgart hoffentlich für immer unter der Erde bleiben wird. Grottenolm alla Napoletana
(Kommentar: Es handelt sich tatsächlich um einen Bahnhof, der verlassen in Italien herumliegt und seinen Beitrag zur finanziellen Misere Italiens geleistet hat. Die Trottel, die für Stuttgart-21 gestimmt haben UND jetzt sagen, wenn wir gewusst hätten, wie teuer das wird, dann hätten wir niemals…usw. outen sich mit dieser Aussage als bar jeden Erinnerungsvermögens an die Folgen von Großmannsucht, sei es in Marktwirtschaft, sei es in Politik. Ob solche Stimmen überhaupt hätten gezählt werden dürfen? Vielleicht kann ein italienischer Neurochirurg helfen s.u.)