So wie für Reinhard Mey die Burg Waldeck der Startimpuls war, war für uns der Startimpuls Reinhard Mey selber. Im Lauf der Zeit ändert sich allerdings die Sicht auf die Dinge und so wollen wir nicht verhehlen, dass „Über den Wolken“ uns ein Anlass zu straffem Korrekturreim war. „Über den Wolken/muss die Freiheit wohl grenzenlos sein/alle Nöte alle Sorgen, sagt man,/ bleiben darunter verborgen und dann / wird, was uns gross und wichtig erscheint/ alles nichtig und klein.“ Soweit R. Mey, sinngemäss.
Das konnten wir so nicht stehen lassen. Hier unser Korrekturreim: Über den Wolken/ ist der Knastfaktor hundert Prozent./ Kein Gefängnis, kein Kerker, sagt man / kommt an diese Verriegelung ran./ Wer da aus dem Frachtraum fällt/ erfriert, bevor er zerschellt.
Freiheit ist halt ziemlich relativ.
BND hat den Schnabel nicht gehalten
Stuttgarter Technikvorsprung
Aus der H
auptstadt der Schwaben dringen immer mal wieder tolle Neuigkeiten zum Thema Fortschritt. Jetzt sollen Stuttgarter Roboter bei Bauprojekten helfen, damit der Bau schneller fertig wird. Was versteht man in Stuttgart unter „schneller“? Möglicherweise sind diese Roboter auch beim Stuttgarter Bahnhofsneubau von Anfang an dabei und glauben, sie seien schon längst fertig. Bitte alles einsteigen, zurücktreten von der Bahnhofskante.
Deutebein und Todeszauber: Hoffnung für die Medizin?
Arthur W. Upfields Krimis bringen dem Leser Australien näher als jeder Reiseführer. In Arthur Upfields „Todeszauber“ wird auf Inspektor Bony das Deutebein gerichtet, worauf dieser trotz wissenschaftlicher Geisteshaltung dem unterbewussten Todeswunsch nicht ausweichen kann und schnell dahinsiecht. Spoiler: Er wird gerettet. Was uns aber viel mehr interessiert: Wenn man jemandes Unterbewusstsein mit einem Deuteknochen derart manipulieren kann, dass der Organismus die Funktionen zur Lebenserhaltung aufgibt, dann muss doch auch der umgekehrte Weg möglich sein. Wenn also der Medizinmann mit einem heilenden Gerät auf einen zeigt, wird der Tod vertrieben. Wir schlagen vor: das Deute-Stetoskop. Unterbewusstsein haben auch wir aufgeklärten Westler, ebenso Medizinmänner, und wir wissen ja alle, dass Placebos ohne Wirkstoff oft besser wirken als jede Arznei. Deshalb her mit dem Deute-Stetoskop. Problem: Krankmeldungen werden obsolet. Wer sich telefonisch krankmeldet, auf den richtet der Chef das Deute-Stetoskop. Ja, er hat sowas im Schrank! Nicht gewusst? Jetzt könnte man höchstens sagen, dass der Chef danebengezielt hat. Ok, auch wieder wahr. Wenn einer auf der Strasse so komisch herumhüpft, dann tanzt der nicht, der weicht einem Deuteknochen aus. Ah, jetzt kapier ich des!
Wann kommt der Deute-Duden? Stethoskop schreibt sich mit h, du Daddel. Und zwar nach dem zweiten t! Ach so?
Zuckersteuer? Rechtschreibfehler!
Die Koalition wackelt, bloss weil Klingbeil eine Zuckersteuer verlangt. Wer fragt die adipösen Zuckeropfer? Aufgebläht von einer industriellen Geschmackspiraterie taumeln die Missbrauchsopfer einer aufgezwungenen Fehl-Ernährung durch die Fussgängerzonen, immer im labilen Gleichgewicht zwischen Belastung der Krankenkasse und Entlastung der Rentenkasse, und müssen die Müslipackungen mit der Aufschrift „Ohne Zuckerzusatz“ mit der Lupe suchen, und wer hat schon eine Lupe dabei bzw. kommt an sie dran bei all dem Gewurschtel…wie bitte? Streuer? Ach so, der Klingbeil will bloss den Zuckerstreuer? Ja, dann gib ihm den doch endlich mal einer! Klar wackelt da die Koalition, wenn sich der Klingbeil so über den Tisch lehnen muss! Soviel Lärm um nichts!
Ölkrise und Demutsbereitschaft
„Wann endet diese verdammte Ölkrise?“ fragt der Podcaster der ZEIT. Wieviel Verzweiflung quillt da aus dem einfach gestrickten Gedankenbeutel. Als ob die Krise aus dem Nichts gekommen wäre, eine Art Gottesurteil und nur durch Mächte des Schicksals zu beenden. Oder durch Eingreifen eines Allerhöchsten mit Verdammungshoheit. Anstatt dass diese Schmalhirn-Influencer erkennen, dass die Öl-Krise ja bereits das Eingreifen der höheren Kraft darstellt, als eine scharfe Mahnung mit dem Hintergrund: Was habt ihr aus eurer Gottesgabe Verstand gemacht!? Jahrzehntelang hattet ihr Zeit, den grünen Wasserstoff zu entwickeln, das einzig sinnvolle Speichermedium für Ökostrom aus Wind und Sonne, Ökostrom, den die Reiche-Mafia abregelt und nicht ins Netz lässt aus fadenscheinigen Gründen wie Netzkompatibilität und pipapo. Früher tönten sie noch, dass Solarstrom zu teuer sei, jetzt haben wir soviel davon, dass die Fossilmafia die Solar-Konkurrenz einfach wegdrückt und Windkraftwerke „abregelt“. Wasserstoff, der Kraftstoff einer nachhaltigen Energiewirtschaft, könnte inzwischen zur Verfügung stehen wie Trinkwasser. Dieses war ja noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts auch keine Selbstverständlichkeit. Und da beten sie mit demütigem Augenaufschlag zu irgendeiner Gottheit des Erdöls, dass es doch bitte so weitergehen möge wie bislang. Naja. Die Digitalisierungsapostel glauben ja auch, dass durch Unterwerfung in absolute Angreifbarkeit und Verblödung alles so weitergeht wie bisher.

