Statt dass man ein Training für menschliche Intelligenz veranstaltet, trainiert man den menschlichen Umgang mit der Künstlichen Intelligenz. Menschliche Intelligenz wird inzwischen eher gefühlt. Gefühle haben heute einen viel höheren Stellenwert, Gefühle sind demokratischer, denn fühlen kann jeder. Selber denken ist siebziger Jahre. Wohlfühlpolitik und Abbau von Anforderungen haben den Staatsbürger dick und denkfaul werden lassen, wenn er nicht jedes Jahr ein fetteres Auto bekommt, kriegt er eine Wut und wählt Denkzettel-Parteien, aus Trotz, nicht weil die es besser können. Um auch dem letzten Heuler ein Mitspracherecht einzuräumen, wurde die Gefühlte Temperatur erfunden. Temperatur fühlen kann und darf jeder. Sie sagen dir sogar, was du da gerade fühlst: es wird 30 Grad warm, gefühlt 32. Kann so ein Kachelmannsimpel mir sagen, wie ich 30 Grad fühle? Die Welt der freien Gefühle dreht ins Hochherrschaftliche, man wird zum Gefühlsknecht und fühlt nach Vorgabe. Da loben wir die Mineralölkonzerne, die jetzt nach Auslaufen des Tanks…sorry, Tankrabattes ihre Gierfinger wieder voll in den gefühlt leeren Geldbeutel der Protestwähler strecken. Der Geldbeutel ist allerdings nur gefühlt leer, nicht in echt, denn sie haben ja alles. Auf der Autobahn herrscht immer öfter das spritsparende Reisetempo. Unsere Mineralölkonzerne sind gefühlt die wahren Umweltschützer. Was die Regierenden nicht hingekriegt haben, schaffen die: Tempolimit, Reduzierung von CO2-Ausstoss im Strassenverkehr, Vermeidung von Stau allein durch vorausschauende Sparfahrweise in Tateinheit mit weniger Unfällen – wer hätte das gedacht! Danke. Ölkonzerne! Ihr zeigt echte gefühlte Intelligenz, tausendmal besser als KI.
PS: Soeben lesen wir vom „gefühlt gekillt“ bzgl. eines unserer Fussballer gestern. Das war ja zu erwarten.